Goliath gegen David

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Wer kennt sie nicht, die Bibelgeschichte von David gegen Goliath, in der mit List und Intelligenz ein übermächtiger Gegner besiegt wird? Doch wir scheinen in einer Zeit zu leben, in der dieses Prinzip umgekehrt wird. Das gilt spätestens seit der Finanzkrise weltweit: Die wenigen großen Player, die mit Casinomentalität die Finanzwelt erschüttert haben, sind längst über alle Berge, die einzelnen Staaten und vor allem deren Betriebe und Bürger zahlen noch jahrelang.

Auch Europa fühlt sich immer wieder bemüßigt, Goliath hochleben zu lassen und David klein zu halten. Aktuell etwa bei der EU-Klimastrategie, die den Unternehmen einen Rucksack umhängt, damit die Politik am internationalen Parkett glänzen kann. Brüssel hat es leider auch immer noch nicht gelernt, dass das Besondere an der EU die regionalen Unterschiede sind. Das ist schade, denn die vielen Davids in den einzelnen EU-Regionen haben ihre ganz spezifischen Stärken, die man ihnen nicht nehmen darf.

 

Und in Österreich? Auch bei uns wird die Umkehrung des Prinzips leider fortgesetzt. Die Großen richten es sich, die Kleinen zahlen die Zeche: Die Steuerzahler bluten dafür, dass die große Politik es seit Jahren nicht schafft, die Ausgaben einzubremsen. Und die kleinen und mittleren Unternehmen im Land tragen die Hauptlast an Steuern und Abgaben, während es sich in Österreich tätige Großkonzerne mit juristisch gefinkelten Konstruktionen richten können. Seit Jahren versucht die Wirtschaftkammer, mit Pauschalierungen nach dem Vorbild der Bauern den bürokratischen Aufwand für Kleinstunternehmer zu verringern – und stößt dabei auf taube Ohren.

 

Die Kleinstrukturiertheit unserer Wirtschaft ist gerade das, was uns stabil und krisenresistent macht. Daran sollte die Politik denken und den vielen Davids im Land mehr Augenmerk schenken.

Goliath gegen David

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Themen: Politik

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