Was die Marktwirtschaft leistet

Max-Xeno Weber Portrait um 1918

"Die Marktwirtschaft" kommt häufig als gierig, korrupt und ungerecht in die Schlagzeilen. Ob dieser generelle Vorwurf gerechtfertigt ist, lässt sich anhand der Ideen und Werte des vor 150 Jahren geborenen bekannten Nationalökonomen und Wirtschaftsethikers Max Weber gut überprüfen.

Laut Max Weber lauten die drei wichtigsten Tugenden der Marktwirtschaft: Fleiß, Bescheidenheit und Verantwortung. Diese Gedanken sind über hundert Jahre alt – aber moderner denn je. Fleiß mag zwar ein altertümlicher Begriff sein, der heute wohl Leistung heißt. Aber ohne Leistung geht es nicht. Wer sich auf den Vollkaskostaat und die soziale Hängematte verlässt, wird auf Dauer frustriert. Als Massenphänomen führt diese Haltung zudem geradewegs in die Unfinanzierbarkeit. Auch Bescheidenheit klingt auf den ersten Blick nicht gerade aufregend. Die Warnung Webers wird erst greifbar, wenn man sich die Auswüchse vor Augen hält: Wegwerfmentalität, Verschwendung von Ressourcen, fehlende Nachhaltigkeit. Das können wir uns nicht leisten. Und das leistet sich die Wirtschaft in Tirol auch nicht. Kommen wir zur dritten Tugend: Verantwortung. Unsere oft familiär geführten Betriebe garantieren geradezu soziale Marktwirtschaft. Max Weber hätte seine Freude, wenn er die klein strukturierte, stabile und verlässliche Tiroler Wirtschaftslandschaft sehen würde.

Das alles leistet die Marktwirtschaft, gerade in unserem Land, wo sie zum Modell der Ökosozialen Marktwirtschaft weiterentwickelt wurde. Besonders trifft das auf die vielen Klein- und Mittelbetriebe in Tirol zu. "Die Wirtschaft" ist für sich weder böse, noch gierig, noch ausbeuterisch – wie ihr oft genug vorgehalten wird. Das sollten alle bedenken, bevor sie das nächste Mal auf "die Marktwirtschaft" schimpfen. Denn sie hat uns mehr Wohlstand gebracht als es je zuvor gab.

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Themen: Wirtschaft Zukunft Nachdenken-Vordenken

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